Wie sich Augenerkrankungen mit dem Smartphone erkennen lassen

Anzeichen für Augenerkrankungen wie die dabetische Retionopathie oder ein Glaukom würden sich mit der Kamera eines Smartphones und speziellen Adaptern erkennen lassen, so Maximilian Wintergeist, der an der Augenklinik des Bonner Universitätsklinikums tätig ist, bei ein Kongress der DOG in der Bundeshauptstadt Berlin. Diese neue Technik sieht er als große Chance zur Früherkennung bei bettlägrigen Patienten aus Intensivstationen, Patienten in Altenheimen, aber auch in Entwicklungsländern.

Denn zahlreiche schwere Augenkrankheiten, welche eine Erblindung zur Folge haben, lassen sich behandeln, sofern sie rechtzeitig erkannt werden. Eine flächendeckende Versorgung mit Augenärzten würde in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern fehlen. Diese sei für die Früherkennung aber notwendig. Diese Lücke könnte das Smartphone schließen.

„Mit speziellen Adaptern lässt sich mit der Smartphone Kamera eine Augenhintergrunduntersuchung durchführen“, sagte Winterkorn. Der Vorteil: Diese Technik sei wesentlich mobiler als die konventionellen Kamerasysteme. Zudem sei diese Technik günstiger und handlicher. Eingesetzt werden könne diese Technik unter anderem bei Schädigungen des Sehnervs, die für das Glaukom charakteristisch seien, sowie bei einer diabetischen Retinopathie, wie die bisherigen Erfahrungen gezeigt hätten.

Hilfspersonal könnte die Untersuchung eigenständig durchführen

Die Fundus Fotografie mit dem Smartphone könnte auch das augenärztliche Hilfspersonal nach einer entsprechenden Einweisung durchführen. Wintergeist selbst hat dies bereits in Zusammenarbeit mit einer Augenklinik in Bangalore erprobt. Das funktioniert folgendermaßen: Die Bilder, die das Hilfspersonal aufgenommen hat, werden über das Internet an eine Augenklinik überwiesen, wo sie von Augenärzten beurteilt werden. Anschließend wird das Hilfspersonal benachrichtigt, ob bei den jeweiligen Patienten eine Behandlung notwendig ist.

In Deutschland kann diese Technik nach Meinung des Arztes insbesondere für Zwecke der Dokumentation. Beispielsweise bei Patienten auf Intensivstationen, bei welchen eine Untersuchung mit konventionellen Geräten nicht möglich ist.

September 2019


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