Augenkrankheiten bei Kindern – welche sind häufig?

Sobald sich Kinder aus eigener Kraft fortbewegen können, sind sie hauptsächlich damit beschäftigt, ihre Umgebung und die Welt zu erkunden. Dafür brauchen sie natürlich auch all ihre Sinne, sie müssen schmecken, riechen, tasten, hören und vor allem gut sehen können. Umso schlimmer trifft es die Eltern, wenn das Kind unter einer Fehlsichtigkeit leidet, weil sie langfristig negative Folgen für ihr Kind befürchten. Die meisten Augenkrankheiten lassen sich im Kindesalter jedoch gut behandeln, sofern sie frühzeitig erkannt werden. Deshalb sollten die Eltern – insbesondere, wenn sie selbst unter einer Fehlsichtigkeit leiden – in jedem Fall zwischen dem sechsten und dem 36. Lebensmonat zur augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung gehen.

Schielen, Hornhautverkrümmungen, Weit- und Kurzsichtigkeit, lassen sich bereits vor dem Erreichen des Kindergartenalters erkennen, sofern diese Sehprobleme mit einer funktionalen Störung einhergehen. Hier gilt: Je früher die Fehlsichtigkeit erkannt wird, umso besser stehen die Chancen auf eine Korrektur.

Wie äußern sich diese Augenkrankheiten bei Kindern?

Kurzsichtige Kinder sehen auf kurze Distanzen sehr gut und sehr scharf. Sie können also problemlos Gegenstände greifen oder Spielsachen zusammenbauen. Auf eine weite Distanz können sie dagegen allenfalls die Umrisse von Personen und Gegenständen erkennen. Verursacht wird die Kurzsichtigkeit in aller Regel durch einen zu langen Augapfel – oft ist zugleich auch die Brechkraft des Auges zu groß. Ausgeglichen werden kann die Kurzsichtigkeit mit einer Brille, eine Heilung ist jedoch in den meisten Fällen nicht möglich.

Weitsichtige Kinder können auf die Ferne sehr gut sehen, haben aber Probleme mit der Nahsicht. Sie haben also beispielsweise Probleme damit, Bilder auszumalen oder Bastelvorlagen auszuschneiden. Wird die Weitsichtigkeit nicht ausgeglichen, haben die betroffenen Kinder später in der Schule auch Schwierigkeiten beim Schreiben und Rechnen, was sich in schlechten Noten niederschlagen kann. Verursacht wird die Weitsichtigkeit durch einen zu kurzen Augapfel, weil das Auge das einfallende Licht nicht ausreichend bündeln kann, um ein scharfes Bild auf der Netzhaut zu erzeugen. Diese Sehschwäche erledigt sich aber im Lauf der Zeit unter Umständen von selbst, weil mit dem Wachstum des Kindes auch der Augapfel größer wird.

Eine Hornhautverkrümmung geht in den meisten Fällen darauf zurück, dass die Hornhaut stärker gekrümmt ist als im Normalfall. Dadurch kann das Auge das einfallende Licht nicht in einem Punkt bündeln, sondern stellt Punkte als verschwommene Linien, Stäbe oder Striche dar. In den meisten Fällen ist die Hornhautverkrümmung angeboren, verursacht werden kann sie aber auch durch Verletzungen. Weil die betroffenen Kinder auf jede Entfernung unscharf sehen, kneifen sie oft die Augen zusammen, um dadurch das Sehvermögen zu verbessern. Für die Behandlung stehen mehrere Möglichkeiten offen, die jeweils vom individuellen Fall abhängig sind.

Bei schielenden Kindern ist die Augenmuskulatur nicht im Gleichgewicht, sodass es zu einer Fehlstellung der Augen kommt. Die verschiedenen Arten des Schielens werden auf unterschiedliche Weise behandelt.

Des weiteren können Kinder unter der sogenannten Schwachsichtigkeit leiden, die sich dadurch bemerkbar macht, dass die Sehfähigkeit an einem oder seltener an beiden Augen unzureichend ausgebildet ist. Beobachten lässt sich die Schwachsichtigkeit bereits in der sensitiven Sehentwicklungsphase, also in den ersten drei bis vier Lebensmonaten. Die Schwachsichtigkeit wird allerdings oft über einen Zeitraum von Jahren hinweg nicht erkannt, weil das voll entwickelte Auge die Aufgabe des zurückgebliebenen mit übernimmt. In diesem Fall ist die Vorsorgeuntersuchung besonders wichtig, weil sich die Schwachsichtigkeit bereits ab dem zehnten Lebensjahr nicht mehr behandeln lässt.

Weitere häufige Augenkrankheiten bei Kindern

Sehr oft tritt bei Kindern auch eine Bindehautentzündung auf, in deren Verlauf die Kinder unter brennenden, geröteten und tränenden Augen leiden. In vielen Fällen sondern die Augen zudem nachts ein Sekret aus, wodurch sie am Morgen verklebt sind. Sehstörungen oder eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht treten jedoch nur selten auf. Sehr oft wird die Bindehautentzündung von Viren oder Bakterien ausgelöst, jedoch kann auch eine Allergie die Bindehautentzündung verursachen. Behandelt wird die Bindehautentzündung danach, wodurch sie verursacht wurde, bei Infektionen etwa mit antibiotischen Salben oder Augentropfen.

Die Ursache für Augenprobleme ist bei Kindern sehr oft ein verstopfter Tränenkanal, was sich durch tränende und rotgeränderte Augen – oft auch durch Verklebungen – bemerkbar macht. Sehr weit verbreitet ist diese Krankheit bei Babys, so leiden etwa fünf bis zehn Prozent aller Babys in Deutschland unter der sogenannten Tränenweg-Stenose, die sich in den meisten Fällen aber im ersten Lebensjahr von selbst legt.

Sehr häufig tritt bei Kindern und Kleinkindern auch eine Lidrandentzündung auf, welche sich durch rote und geschwollene Lider äußert, die brennen und jucken. Am weitesten verbreitet ist die schuppige Lidrandentzündung, die durch Verstopfungen in den Talgdrüsen hervorgerufen wird. Durch eine übermäßige Talgproduktion entsteht ein Stau, welcher die genannten Symptome zur Folge hat. In seltenen Fällen kann die Lidrandentzündung auch durch Bakterien hervorgerufen werden.


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